Fotografie

Die Fotografie übt ebenso wie die Malerei eine große Faszination auf mich aus. Das Spiel mit dem Licht, das Experiment mit unterschiedlichen Verschlusszeiten und Blenden, das Einnehmen ungewöhnlicher Perspektiven, die Reduktion auf Ausschnitte eines Motivs, fesseln mich immer wieder neu. Auch bei der Fotografie bin ich auf der Suche nach dem Ungewöhnlichen, nach neuen Facetten im Bekannten.


Ich möchte das Wesen einer Sache erkennen, den Charakter eines Lebewesens erfassen, die Ursprünglichkeit, die wahre Natur, ja die Einzigartigkeit eines Motivs herausarbeiten, und im Bild sichtbar machen. Ein hoher Anspruch, der sich nicht immer erfüllen lässt. Häufig werden mir durch Gegebenheiten Grenzen gesetzt. Ich bin kein Vogel, der sich in die Lüfte schwingt und aus der Vogelperspektive einen Schnappschuss macht. Oftmals lassen Lichtverhältnisse bestimmte Aufnahmen, die ich im Sinn habe, nicht zu. Oder aber meine Fertigkeiten, mein Know - how reicht für die Umsetzung, die Realisierung einer Fotoidee nicht aus. Das reibt mich auf, frustriert mich, ist gleichzeitig jedoch auch Motivation, Anstoß und Motor mich weiter zu bilden und zu lernen, um bei der nächsten Gelegenheit eben diese Gegebenheit zu meistern und das Foto dann zu machen. Im Gegensatz zur Malerei habe ich beim Fotografieren immer eine Idee im Kopf, ein Ziel, ich weiß genau, wie ich das Motiv einfangen möchte. Das macht es nicht unbedingt einfacher, es ist schwer eine Idee los zu lassen und offen zu sein für eine andere Lösung. Typische Fotografen-Bilder, Studioaufnahmen, perfekte Hochglanzfotos interessieren mich nicht, da ist kein Leben drin. Diese Art von Aufnahmen berühren nicht mein Herz. Ich bin ein leidenschaftlicher, kreativer Charakter. Mein Herz schlägt für das Unvollkommene, Spezielle, Einzigartige, sucht nicht nach aalglatter Perfektion. Bei der Fotografie ist vor allem eines erforderlich : Zeit. Wenn ich meine Kamera in die Hand nehme, beim Blick durch den Sucher, vergesse ich alles um mich herum. Zeit und Raum lösen sich vollkommen im Zentrum des Augenblicks auf und ich fröne – im positivsten Sinne - verbissen dieser Leidenschaft, bis zum bitter süßen Ende. Dem für mich perfekten Foto. Erst dann ist die Jagd vorbei und ich kann mich wieder entspannt anderen Dingen zuwenden. Klingt schräg?! Stimmt, aber damit kann ich gut leben. Diese leidenschaftlichen Exzesse, dosiert eingesetzt, sind die Würze meines Lebens und lassen mich die notwendigen Routinen des Alltags schadlos überstehen.

Ich liebe die Natur und Tiere aller Art. Meine liebsten Motive sind Tiere, da sie im Gegensatz zu den Menschen beim Anblick einer Kamera meistens entspannt bleiben, keine Hemmungen zeigen und ungeniert ihren Trieben folgen. Sie sind echt und natürlich, ohne Masken und Allüren. Es ist viel einfacher sie mit ihren Wesenszügen abzubilden.